In den letzten Wochen haben wir im Rahmen der Art of Life Silicon Valley Lernreise hautnah erlebt, warum Europa die Digitalisierung in den letzten 20 Jahre verschlafen hat. Das obwohl wir hier zur Recht stolz sein können auf Manufaktur, Industrie und Ingenieurskunst. Oft im Familienbesitz blicken viele Unternehmen auf eine jahrzehntelange Geschichte zurück, in vielen Branchen sind sie Weltmarktführer, trotzdem gehen die meisten digitalen Disruptionen nicht von Europa aus.

Warum haben wir die Digitalisierung verschlafen und was könnten wir tun?

Viele Familienunternehmen im europäischen Mittelstand sind nicht nur in Nischen sehr erfolgreich, sondern in Branchen wie Maschinenbau oder Automobilzulieferindustrie technologischer Vorreiter. Trotzdem droht vielen in den nächsten Jahren der Verlust der Pole Position, weil

  • aktuelle Fertigungsprozesse nicht ausreichen, um wettbewerbsfähig zu bleiben, da sie zu teuer und zu langsam sind.

  • bestehende Technologien durch Künstliche Intelligenz, Maschine Learning etc. ersetzt werden können.

  • Lagerbestand und Lieferketten viel zu ineffizient sind und daher von Disruptionen bedroht sind.

  • bestehende Organisationsstrukturen nicht mehr zu dynamischen und flexiblen Märkten passen.

  • existierende Geschäftsmodelle von neuen Ertragslogiken bedroht sind.

und was alle Geschäftsführer und Eigentümer betonen: die Einstellung und der Mindset der Mitarbeiter ist noch viel zu festgefahren.

Der zukünftige Erfolg in Zeiten des digitalen Wandels hängt aber genau vom Mindset der Mitarbeiter und Führungskräfte ab, von der Fähigkeit als Persönlichkeit und in Gruppen den Wandel aktiv zu gestalten.

Von unseren Beobachtungen in den letzten Wochen im Silicon Valley zeigt sich dies vor allem bei folgenden Punkten, die wir aktiv gestalten könnten:

  • Performance counts:

An vorderer Stelle steht im Silicon Valley die Leistung und das Ergebnis. Viele Tätigkeiten sind sehr transparent gestaltet, jahrelanges “Verstecken” hinter Geschäftigkeit geht nicht. Die meisten Mitarbeiter wechseln in den USA nach allerspätestens 3 Jahren den Job, müssen daher immer darauf achten, einen guten “track record” zu haben.

Organisationen und Management in Europa müssen sich nach Resultaten orientieren und nicht nach Seilschaften, politische Spiele oder Geschäftigkeit.

  • Sicherheit in der Unsicherheit:

Im Silicon Valley gibt es kein Sicherheitsnetz, wenig Komfortzonen, die Sicherheit ist eine gute Leistung, die man bringt. Menschen sind von klein auf gewohnt im Wettbewerb zu stehen, um mit der Extrameile auch “outstanding” Ergebnisse zu erzielen.

Organisationen und Management in Europa müssen Zonen der Unsicherheit, des Widerspruchs und der Debatte gestalten, dort wo Innovation gedeihen kann. Komfortzonen sind der Todeskuss von Innovationen.

  • Storytelling und Purpose:

Geld, Prestige und Karriere ist für die meisten Mitarbeiter im Silicon Valley nur bedingt Anreiz. Einmal in den Genuss aller Vorteile von Großkonzernen wie Google oder Facebook gekommen, zählt für die meisten der Reiz des technologischen Produkts, des Zwecks, des Spirits und der Geschichte des Unternehmens.

Organisationen und Management in Europa müssen wieder lernen Geschichten zu erzählen. Ich war immer wieder überwältigt von den Gründergeschichten von Familienunternehmen in Europa, da können sich viele Tellerwäscherstories verstecken!

  • reife Organisation:

Eine Unternehmenskultur des Widerspruchs, der Diversität und gelebter Konflikte ist nur in reifen Organisationen möglich, wo Selbstreflexion, Eigenverantwortung und Ergebnisorientierung an der Tagesordnung ist.

Führungskräfte sind die Schwungräder eine solchen Unternehmenskultur, sie können dies aber nur vorleben, nicht anordnen. Das Vorleben kann nicht vorgetäuscht oder so als ob getan werden - dies kann nur von einer reifen Persönlichkeiten heraus entstehen.

Aber das Allerwichtigste: Digitalisierung ersetzt nicht Menschlichkeit und Persönlichkeit, sondern im Gegenteil: Je mehr Digitalisierung, je mehr Menschlichkeit ist notwendig.

Wenn Sie dies persönlich erfahren wollen, dann laden wir Sie herzlich zu unseren Advanced Masterclasses 2019 ein.

Wenn Sie mehr dazu lesen und lernen wollen, gerne dazu mehr demnächst in unseren Blogs. Wenn Sie regelmäßig dazu informiert werden wollen, dann bitte melden Sie sich hier für den Art of Life Newsletter an.

Autor: Werner Sattlegger, Director Art of Life, lebt in Klagenfurt und San Francisco und unterstützt den digitalen Wandel mit neuen Lernformen wie Lernreisen und Masterclasses.

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