Was ist wirklich wichtig im Leben?

Rabbi Hillel lag auf seinem Sterbebett.

Seine Schüler, seine Anhänger waren gekommen, um Abschied zu nehmen.
Sie standen stumm betend um sein Bett und sahen, wie das Gesicht des Rabbi Hillel heller und heller, strahlend wie ein Licht wurde. Sein Atem wurde klein und kleiner.

Auf einmal schlug der Rabbi die Augen auf  – und begann zu sprechen.

Er sagte: Es ist alles ganz anders, das darf ich euch sagen. Ich habe gehört, was Gott in der strengen Prüfung fragt.
‚Wer warst DU?’ fragt er. ‚Wer hast du dich bemüht zu sein?’

Und wenn die Geprüften anheben, ihre guten Vorsätze und Absichten darzulegen, dann sagt der Vater von uns allen: Nein, du musstest nicht Abraham sein. Und nicht Moses.
Sondern: Warst du der Rabbi Hillel? Bist du der gewesen – der Rabbi Hillel?’

So geht die Frage in der anderen, in der wirklichen Welt!“

Und als er das gesagt hatte, löschte das Licht des Rabbi Hillel ganz still in einem wunderbaren Schein aus. So geht die Legende der Chassidim.

(Legende des Rabbi Hillel, gelesen von Axel Corti im Schalldämpfer 1993, kurz vor seinem Tod)

Oft rennen wir ein ganzes Leben hinter etwas her, um etwas zu werden, etwas zu erreichen, etwas zu schaffen, um endlich mal dies oder jenes zu sein.

Dabei geht es oft nicht um ein mehr, sondern um weniger, um den Beat, den Rhythmus und die schöpferische Kraft des eigenen Lebens zu finden. Diese zur Entfaltung zu bringen, ob als Künstler, Musiker oder Unternehmer, ist einer der wunderbarsten Erfahrungen, die Menschen erleben dürfen. Konformismus und gesellschaftliche Druck zwingen uns aber oft im Laufe der Jahre immer mehr davon abzukommen. Wir verlieren uns dabei in der Geschäftigkeit des Alltags, das Hamsterrad dreht sich und die Zeit scheint wie Sand zwischen den Fingern zu zerrinnen. Wir vergessen Fragen wie:

  • Was ist wirklich wichtig im Leben, woran werde ich einmal gemessen?

  • Was werde ich bereuen, wenn ich sterbe?

  • Lebe ich mein Leben?

Falls Ihnen diese Fragen zu esoterisch sind, dann zitiere ich gerne die Worte von jemanden, der unsere Gesellschaft revolutioniert hat: Steve Jobs.

“Alle äußeren Erwartungen, der ganze Stolz, die ganze Angst vor dem Versagen und der Scham – diese Dinge fallen einfach weg angesichts des Todes und es bleibt nur mehr das, was wirklich wichtig ist.“ (Steve Jobs)

Der Tod und die Endlichkeit des Lebens zwingen uns zu priorisieren, zu klären, zu schärfen, was uns wichtig ist. Die Endlichkeit des Lebens zeigt uns, dass es nicht beliebig ist was wir tun, dass wir nicht ewig Zeit haben. Das mag am Anfang des Lebens noch anders sein, aber im Laufe der Zeit wird man vorsichtiger, hat mehr zu verlieren, traut sich nicht mehr soviel und die Angst zu versagen nimmt zu. Die Komfortzone nimmt zu und gleichzeitig die Lernzone ab.

Dabei verlernen wir leider oft das Staunen, den Zauber des Neuen, wir verlernen die Verrücktheit die es braucht, um Dinge in die Welt zu setzen. Wir verlieren die Naivität, die kindliche Neugier und lassen uns zu oft viel zu leicht dort nieder, was wir schon kennen. Damit verlieren den Zugang zu der eigenen schöpferischen Quelle, die ja oft genau im Widerspruch entsteht oder im Unbekannten zu Hause ist.

Was zählt sind Erfahrungen und nicht der Besitz, sind Leidenschaft und nicht Pläne, was zählt ist Sinn und nicht Zweck. Ich bin nun schon seit Wochen im Silicon Valley, besuche erfolgreiche Unternehmen und treffe tolle Führungskräfte, nehme bei allen ein gemeinsames Muster wahr:

Sie tun etwas, was unendlich viel Freude macht, einen Mehrwert für andere stiftet und die Welt jetzt braucht, noch dazu noch ein Einkommen generiert. Viele zeichnen sich durch Risikobereitschaft und Mut den eigenen Träumen zu folgen aus, vor allem in der Bereitschaft, mit großer Disziplin die Extrameile zu gehen.

Wie genau, das erfahren Sie im nächsten Blog über Personal Mastery.

Autor: Werner Sattlegger, Director Art of Life, wohnt in Klagenfurt und San Francisco

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