Mindfulness

„Das Glück ist ein Schmetterling“, sagte der Meister. „Jag ihm nach und er entwischt dir. Setz dich hin und er lässt sich auf deiner Schulter nieder.“ „Was soll ich also tun, um das Glück zu erlangen?“, fragte der Schüler.
„Du könntest versuchen, dich ganz ruhig hinzusetzen – falls du es wagst!“
Anthony de Mello

Viele Menschen, vor allem Führungskräfte, befinden sich heute oft in verschiedenen ökonomischen und sozialen Spannungsfeldern mit der Herausforderung, Ambiguitäten und Komplexitäten auszuhalten. Das Hamsterrad im Kopf dreht sich ständig, dauernd wird abstrahiert oder zwischen richtig und falsch analysiert. In diesem Zustand verliert man den Kontakt zu sich selbst und seiner inneren Stimme. Mindfulness (Achtsamkeit) ist ein wunderbarer Weg, in den gegenwärtigen Augenblick zu gelangen.

In einer vom  IMC Krems (Masterarbeit von Elisabeth Garschall, egarschall@imc-krems.eu) durchgeführten Studie wurde die Möglichkeit der Umsetzung im Berufsalltag und die Auswirkungen in der Führungsbeziehung untersucht.

Bei der durchgeführten Studie wurden knapp 400 Personen mit Achtsamkeitserfahrung in Österreich und Deutschland über einen Zeitraum von vier Monaten zu den betrieblichen Gepflogenheiten hinsichtlich Achtsamkeit befragt.

Was kann Mindfulness im Führungsalltag?
Zahlreiche neurowissenschaftlichen Studien belegen den positiven Effekt von Mindfulness mit Achtsamkeitstraining wie Atemübungen oder Meditation[1]. Neben einer Reduktion der Stressbelastung werden auch emotionale Intelligenz, Konzentrationsfähigkeit, Kreativität und Innovationskraft gesteigert. Für die einzelne Person bedeutet es darüber hinaus eine Steigerung des Selbstvertrauens, mehr Fokus auf aktuelle Situationen und somit gesteigerte Effizienz.

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Wie wird es umgesetzt ?

Es wurde deutlich, dass Führungskräfte, die selbst Achtsamkeitspraktiken praktizieren, als Vorbild für Ihre MitarbeiterInnen fungieren ! Diese führen dadurch vermehrt  selbst Übungen zur Schulung von Achtsamkeit durch.

Interessant ist auch die Tatsache, dass sich beinahe die Hälfte der MitarbeiterInnen kleiner Betriebe (bis 9 MA) jederzeit an angebotenen Programmen beteiligen. In Unternehmen mit über 50 MitarbeiterInnen stellt sich die Integration von Praktiken zur Achtsamkeitsschulung im Arbeitsalltag schwieriger dar.

Wie mache ich es richtig?
Zu empfehlen ist jedenfalls ein schrittweiser Einstieg durch Events und/oder Schnupperkurse, um interessierte MitarbeiterInnen über Möglichkeiten des Achtsamkeitstrainings zu informieren und sie von den Vorteilen zu überzeugen.

Außerdem empfiehlt sich, vor der Implementierung eines kompletten Kursprogrammes eine Befragung der Mitarbeiter vorzunehmen, um so ein maßgeschneidertes und ganzheitliches Programm anbieten zu können. Nicht nur am Arbeitsplatz soll die Möglichkeit bestehen, Übungen zu integrieren, auch begleitende Maßnahmen, wie zB. Achtsamkeits-Apps mit Meditations-Alert, können unterstützend eingesetzt werden.

[1] Vgl. Halldorson, M., St-Hilaire, M., MacDonald, D., Kornelsen, J. & McIntyre M. Mindful Leadership Training augments mindfulness, compassion, and well-being.  (https://instituteformindfulleadership.org/wp-content/uploads/2016/09/Poster_Ver3.pdf)

Literaturtips

Gesund durch Meditation: Das große Buch der Selbstheilung mit MBSR von Jon Kabat-Zinn

Im Alltag Ruhe finden: Meditationen für ein gelassenes Leben von Jon Kabat-Zinn

Achtsamkeit für Anfänger von Jon Kabat-Zinn

Stressbewältigung durch Achtsamkeit: Das MBSR-Praxisbuch von Bob Stahl, Elisha Goldstein

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