Zu Allerseelen gedenken wir nicht nur den Verstorbenen, sondern werden uns auch der eigenen Vergänglichkeit bewusst.  "Memento mori" ("Gedenke zu sterben") erinnert uns an die Endlichkeit des Lebens und daran, dass wir nicht ewig Zeit haben.

In der Hektik des Alltags dreht sich unser Gedankenkarussell - "Ich muss noch dies tun....." , "Warum habe ich gestern nicht jenes..."  ständig sind wir am interpretieren und analysieren. Oft wichtig und notwendig, wir verlieren dabei oft die Dinge aus den Augen, die uns wirklich wichtig sind. Die Dinge, die wir noch erleben, erfahren und verwirklichen wollen.

Ausreden sind dafür immer sofort parat - die Umstände, das System, die Schulden oder was auch immer. "Wenn ich im Ruhestand bin und genug Zeit habe, dann werde ich das alles tun", hört man oft.

Meiner Meinung nach beginnt das Leben genau jetzt, es ist weder eine Wartehalle für den Ruhestand noch ein Ort, wo ich andere für mein Tun verantwortlich machen kann. Wir sind eingeladen, Verantwortung für unser Leben und unsere Träume zu übernehmen.

Was bereuen dann Menschen, wenn sie sterben?

Hunderte Menschen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen wurden von Bronie Ware auf den letzten Lebenswegen begleitet. Im Buch "5 Dinge, die Sterbende am Meisten bereuen" sind diese ausführlich beschrieben:

1.    „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben“: Wenn Menschen realisieren, dass sie sterben erkennen sie, wie viele Träume unerfüllt verpufft sind. Die meisten der Sterbenden mussten mit der Gewissheit sterben, dass sie selber dafür verantwortlich waren.

2.    „Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet“: Jeder männliche Patient hat diesen Satz gesagt. Sie bedauerten, die Kindheit ihres Nachwuchses, die Gesellschaft ihrer Partner verpasst zu haben

3.    „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken“: Viele Menschen haben ein Leben lang ihre Gefühle unterdrückt. Was dazu führte, dass sie sich nie zu jenem Menschen entwickeln konnten, der sie wirklich sein wollten.

4.    „Ich wünschte, ich wäre mit meinen Freunden in Kontakt geblieben“: Viele erkannten erst in ihren letzten Wochen, wie wertvoll ihre Freundschaften waren. 

5.    „Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein“ So viele Menschen realisieren erst am Ende, dass das Glücklichsein eine persönliche Wahl ist. Statt sich für das Glück zu entscheiden, bleiben viele in alten Mustern und Gewohnheiten gefangen.

Die Angst vor Veränderung brachte sie so weit, während die Jahre vergingen, ihrem Umfeld und auch sich selber vorzugaukeln, dass sie zufrieden mit ihrem Leben seien.

Nehmen wir uns die Zeit um zu leben - nicht irgendwann wenn es zu spät ist!

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