Wofür lohnt es sich zu leben ? Was ist wirklich wichtig im Leben ? Folge ich meiner Leidenschaft und inspiriert mich das, was ich tue ?

Solche Fragen sind oft entweder Philosophen vorbehalten oder Führungskräfte müssen heimlich in der Esoterikecke einer Buchhandlung stöbern. Der Alltag von Führungskräften ist vom Wandel geprägt, mit vielen unternehmerischen und persönlichen Fragen - oft bleibt aber vieles an der Oberfläche.

Selbstoptimierung und Effizienzsteigerung sind noch immer angesagt, immer mehr vom Gleichen, ohne zu fragen, ob überhaupt das Richtige getan wird. Tiefergehende Fragen werden oft als Schwäche ausgelegt, ein öffentlicher Diskurs tunlichst vermieden.

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Wenn Menschen den wichtigen Fragen des Lebens nachgehen, dann wird dabei oft das eigene Lebenskonzept hinterfragt. Nach dem Prinzip "Stirb und Werde" will Altes vergehen, um Platz für das Neue zu schaffen. Wachstums bzw. Wandlungsphasen kommen und gehen, ob wir wollen oder nicht, denn das Leben ist Veränderung. Dieses Wachstum wird oft durch Krisen eingeläutet, wo etwas in einem reifen und zum Vorschein gebracht werden will. Wer diesen Wandlungsphasen keinen Raum gibt, will der persönlichen Entwicklung keinen Raum geben !

Ich glaube, dass wir als Menschen aufgefordert sind, der eigenen Lebensspur mit all seinen Wandlungsphasen zu folgen. Wir müssen persönliches Wachstum als wichtigen Bestandteil menschlicher Existenz begreifen und zulassen, um als Menschen reifen zu können.

Das hat nichts mit sozialromantischer Selbstverwirklichung, sondern mit einer der wichtigsten Eigenschaften erfolgreicher Führungskräfte zu tun: Selbsterkenntnis !

Was braucht es für diese Selbsterkenntnis ?  Aufmerksamkeit, liebevolle Zuwendung nach Innen und Selbstreflexion. Offenheit auch seine Schattenaspekte anzusehen und Mut, Krisen als Wachstumschancen zu begreifen.

Dann kann man dem Leben vielleicht mit einer größeren Gelassenheit begegnen und eine höhere menschliche Reife erfahren. Dann verliert vielleicht der Pendelausschlag zwischen Erfolg und Mißerfolg seine Bedeutung.

Dann folgt man mehr seiner eigenen Lebendigkeit und blickt vielleicht irgendwann auf sein Leben zurück und kann sagen: ja, es war ein geglücktes Leben.

Autor: Mag. Werner Sattlegger, Founder und Director School of Life

Buchtipp: (anbei Link bei Heyn)

Wenn die Sehnsucht über die Angst hinauswächst, Neidhöfer/Sattlegger

Das falsche Leben, Ursachen und Folgen unserer normopathischen Gesellschaft, Maaz, Hans-Joachim

Homo Deus Eine Geschichte von Morgen von Yuval Noah Harari