"Ich muss noch dies tun....."  "Warum habe ich gestern nicht..." . Permanent geht das Hamsterrad im Kopf, ständig sind wir beim interpretieren, analysieren oder abstrahieren. Viele Menschen nehmen sich dadurch im Alltag oft nur mehr wie funktionierende Automaten wahr, ohne Lebendigkeit und Freude. Im Hamsterrad des Alltags tun viele Menschen dann noch mehr vom Gleichen, ohne dem Gefühl einer inneren Erfülltheit.

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Was bleibt ist eine tiefe Sehnsucht, seine eigene Lebensspur zu finden.  Seinen Träumen und Sehnsüchten nicht nur treu zu bleiben, sondern ihnen auch Raum zu geben und nachzugehen. Seinen Impulsen und seiner Lebendigkeit zu folgen, auch gegen Widerstand, Schlechtrednern und Neidern.

Es bedeutet aber etwas zu leben, was viele Menschen fürchten: Verantwortung für sein Leben zu übernehmen. Für die Ausrichtung seines Lebens, seinen Entscheidungen und den damit verbundenen Konsequenzen. Denn jedes JA in Entscheidungen beinhaltet gleichzeitig ein NEIN. Wenn wir dafür Verantwortung übernehmen, dann können wir unsere  Opferrolle verlassen und nicht mehr Umstände oder andere Menschen für unsere Handlungen verantwortlich machen. Dann nehmen wir das Steuerrad wieder in die Hand und beginnen unser Leben selber zu gestalten.

Eine solche Lebensführung bedeutet dann keine Jagd mehr nach einem flüchtigen Glücksgefühl oder kurzfristigem Erfolg, sondern ist ein stetiges Reifen und wandelndes Werden. Mit all seinen Höhen und Tiefen, Licht und Schatten, Sicherheiten und Unsicherheiten. Jedes Scheitern wird dann zu einer Lernchance und der Ausschlag des Pendels zwischen Erfolg und Misserfolg unwichtig, wenn klar wird, wofür es sich lohnt zu leben !

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Wir sollten uns diesen existentiellen Fragen  stellen, wenn wir am Ende unseres Leben nichts bereuen oder eine besondere Art der Hölle erleben wollen: "Am letzten Tag unseres Lebens denjenigen Menschen zu treffen, der wir haetten werden können" .

Die Antworten dieser Lebensfragen finden wir nicht irgendwo im Außen, sondern nur in uns selber.  Um seinen Impulsen lauschen zu können ist die  Stille eine wunderbare Möglichkeit. Und wenn wir dafür noch die notwendige Geduld aufbringen, können wir vielleicht mit einer tiefen Freude und dem Gefühl belohnt werden, ein gelungenes Leben zu führen!

Über die Geduld ( Rainer Maria Rilke )

Man muss den Dingen
die eigene, stille
ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt
und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann,
alles ist austragen – und
dann gebären…

Reifen wie der Baum,
der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen des Frühlings steht,
ohne Angst,
dass dahinter kein Sommer
kommen könnte.

Er kommt doch!

Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind, als ob die Ewigkeit
vor ihnen läge,
so sorglos, still und weit…

Man muss Geduld haben

Mit dem Ungelösten im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache
geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages
in die Antworten hinein.

Autor: Mag. Werner Sattlegger, Found und Director School of Life, Skan Körpertherapeut

Literaturtips:

- Neidhöfer/Sattlegger: " Wenn die Sehnsucht über die Angst hinauswächst " (Heyn Buchhanldung)

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