Organisationen werden für Scheinaktivitäten und  Alibiaktionen in Zeiten des digitalen Wandels keine Zeit mehr haben, wollen sie nicht vom Markt gefegt werden.  Machtspiele zur Positionssicherung werden bald Entlassungsgründe sein und Authentizität lang gelebte Verlogenheit ersetzen. Führungskräfte werden in Zukunft nur mehr mit Authentizität, Leidenschaft und Echtheit erfolgreich sein können, die Welt der Schaumbläser wird vorbei sein. Wie Organisationen sich dabei gerade transformieren, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Im Industriezeitalter waren Organisationen einem planbaren, sicheren und stabilen Marktumfeld angepasst. Organisationen wurden oft schweren Tanker ähnlich für ruhige Gewässer gebaut,  schwerfällig, langsam, aber stabil. Wie auf einer Pyramide sitzt an der Spitze der „Chef“, an den vieles delegiert wird, um zu entscheiden, zu planen, zu verteilen und zu kontrollieren.

Was oft bleibt sind zermürbende Sitzungskulturen, wo nicht die fähigsten Kollegen mit den besten Ideen, sondern die Machtbewusstesten sich durchsetzten. Wo enorm viel Zeit und Geld in politische Machtspiele vergeudet wird, Projekte verzögert und damit Ressourcen verschwendet werden, wo Mitarbeiter frustriert zurück bleiben. Im Gegensatz dazu finden wir im Silicon Valley völlig andere Strukturen: chic ausgestattete Lounges mit Hängematten,  Sitzhocker oder Spielautomaten. Dass sich aber Freude und Disziplin nicht ausschließen, erkennt man an großen Whiteboards, die vollgeschmückt sind mit bunten Zetteln. In täglichen Stand Ups klären kleine Teams (nicht größer als 7 Personen) in maximal 15 Minuten zügig und in Transparenz, was jedes Teammitglied zum Ergebnis beiträgt. Srum werden solche Organisationsmodelle genannt, die nur funktionieren, wenn Chefs ihren Elfenbeinturm verlassen. Wenn sie bereit sind Macht abzugeben und Hierarchien aufzulösen, Transparenz, Eigenverantwortung und schonungslose Ehrlichkeit zu leben, vor allem wenn sie authentisch und echt führen. 

Wenn man dann solche Unternehmen besucht und diesen Flow, Spaß und Leistungsbereitschaft fühlt, dann will man nie mehr in toten, starren Strukturen Dienst nach Vorschrift machen.

Meiner Erfahrung nach, muss der Wandel auf einem guten Fundament gebaut werden, der auf 3 Säulen ruht:

- W wie Wachstum: jeder Mensch trägt in sich die Sehnsucht nach persönlichem Wachstum, nach Entwicklung, um zu lernen und Dinge besser zu machen. Führungskräfte müssen in Organisationen alles aus dem Weg räumen, was dieses Wachstum verhindert und Potentialentfaltung ermöglichen.

- E wie Eigenverantwortung: jeder Mensch möchte die Dinge, die er tut in Eigenverantwortung tun. Jeder Mensch trägt in sich das Wissen, wie es gehen soll und gehen kann. Organisationen  müssen eine Art Energieschale bilden, damit Menschen so zusammenarbeiten können, dass aus starren Strukturen lebendige Organismen werden.

- S wie Sinn: jeder Mensch möchte Bedeutung in seinem Tun zu erfahren und niemand will sinnlose Dinge tun. Das gelingt aber nur in ein einem Umfeld, wo radikale Transparenz und  Ergebnisorientierung aufeinandertreffen, damit jeder seinen Beitrag für das Ganze erfahren kann. Für Mitarbeiter bedeutet dies grundlegendes Umdenken, weg von der Versorgungs- hin zur einer Gestaltungsmentalität.

Dann erst können Führungskräfte ihre Organisationen radikal umbauen. Weg von einer Pyramide, hin zu flachen und eigenverantwortlichen Strukturen. Weg von krankmachenden Sitzungskulturen, hin zu ergebnisorientierten, kurzen Daily Stand Ups.

Wenn reife Persönlichkeiten Führungskräfte werden, Ihr tägliches Tun auf diese 3 Säulen fokussiert ist, dann kann folgendes geschehen:  Organisationen und Arbeitsplätze entwickeln sich zu dem, was sie eigentlich sein sollten - Orte der Potentialentfaltung, des kreativen Schaffens und damit auch Orte der Freude.

Autor: Mag. Werner Sattlegger, Founder und Director School of Life

Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, dann kommen Sie zu unseren Masterclasses oder zu unserer Lernreise ins Silicon Valley. 

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