Hohe Geschwindigkeit, steigende Komplexität und Ambiguitäten fordern Führungskräfte heute enorm.  Oft an der Spitze einer pyramidalen Organisation sollen sie planen und entscheiden, was in volatilen Zeiten schwierig ist.  Viele Führungskräfte leisten trotz der enormen Spannungsfelder großartige Arbeit, kommen aber systemimmanent immer wieder an die eigenen Grenzen.

Andere Führungskräfte wiederum verlieren sich aus Überforderung in Geschäftigkeit, schreiben lieber Mails als Konfliktgespräche zu führen. Seilschaften und politische Spiele sichern die eigene Position ab, faule Kompromisse rauben Zeit und Energie. Karriere machen dann oft nur die Jasager und Wichtigtuer, kein Wunder wenn die Ergebnisse der Gallup Umfrage (70 % der MitarbeiterInnen in Deutschland machen Dienst  nach Vorschrift und sind nicht engagiert) über die letzten 16 Jahre nahezu unverändert bleiben.

Es wird in den nächsten Jahren aber noch herausfordernder, alles was wir im Silicon Valley die letzten Monate erfahren haben, unterstreicht dies. Künstliche Intelligenz und Maschine Learning werden Branchen vom Markt fegen, andere Unternehmen werden Ihre Geschäftsmodell radikal und grundlegend verändern. Ganz viele Menschen werden ihren Job verlieren, gleichzeitig Neue entstehen, wobei wir nicht genau wissen welche,  65% der Jobs in 10 Jahren gibt es heute noch nicht.

Experten streiten sich derzeit über die genauen Auswirkungen der Digitalisierung. Manche (Bitkom Verband) schlagen mit 3,4 Millionen Stellenstreichungen in den kommenden 5 Jahren Alarm. Das wären mehr als jede zehnte Stelle, jedes vierte Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern sieht sich durch die Digitalisierung gar in seiner Existenz bedroht. Eine andere Studie der OECD geht überhaupt davon aus, dass jeder fünfte Arbeitnehmer in Deutschland durch Roboter und Software ersetzbar sein wird.  Andere wiederum (z.B. ZEW) unterstreichen, dass die Digitalisierung Unternehmen wettbewerbsfähiger macht und die positiven Auswirkungen überwiegen.

Egal wie das Zahlenspiel ausgehen wird, es wird sich innerhalb von Organisationen und Unternehmen radikal viel ändern. Dabei werden vor allem Führungskräfte gefordert sein, sich nicht hinter Scheinaktivitäten oder Alibiaktionen zu verstecken. Sie sind aufgefordert, kreativ, lebendig, offen und mutig sich den Herausforderungen zu stellen.

Aber letztlich ist jeder in unserer Gesellschaft aufgefordert, unsere Zukunft mitzugestalten. Nicht zu jammern oder die Entwicklungen beklagen, nicht in der guten alten Vergangenheit verharren, sondern die Zukunft aktiv mitzugestalten. Der über 250 Jahre währende Begriff der Arbeit wird gerade neu definiert, es wird weniger Arbeit geben, bei gleichzeitiger Überalterung.  Die Frage ist, wie wir in Zukunft als Gesellschaft damit umgehen werden, wenn wir uns als Menschen nicht mehr über erwerbstätige Arbeit, sondern über andere menschliche Werte definieren werden müssen.  Diese nicht nur zu entwickeln, sondern auch zu leben, bedeutet für jeden von uns Verantwortung zu übernehmen als Führungskraft, letztlich für das Führen des eigenen Lebens im digitalen Wandel. 

Wenn Sie mehr dazu erfahren wollen, dann gerne bei den Masterclasses oder der Lernreise ins Silicon Valley 2019

Autor: Mag. Werner Sattlegger, Director und Founder School of Life (lebt in Klagenfurt und San Francisco)