Im Hamsterrad des Alltags scheint vielen Menschen die Zeit wie Sand zwischen den Fingern zu zerrinnen. Viele tun immer mehr und schneller vom Gleichen, ohne dem Gefühl einer inneren Erfülltheit.

Was bleibt ist eine Sehnsucht, seine Fähigkeiten eigenverantwortlich zu leben und seinen Träumen auf der Spur zu bleiben. Sich zu trauen, das zu tun was im eigenen Leben getan werden muss.

Dass wir dafür nicht ewig Zeit haben, wusste man schon im mittelalterlichen Mönchsleben: "Memento mori" ("Gedenke zu sterben") errinert uns an die Vergänglichkeit und die Endlichkeit des Lebens. In unserer westlichen Kultur spricht man nicht so gerne darüber, eine hat es aber zuletzt sehr laut getan. Bronnie Ware ist Australierin und hat als Palliativschwester hunderte Menschen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen auf den letzten Lebenswegen begleitet. Die Aussagen der Sterbende am Lebensende hatten viele Übereinstimmung. Alle berichteten von tiefer Trauer und Zorn, weil sie ganz wichtige Dinge in ihrem Leben bereuen.

Im Buch "5 Dinge, die Sterbende am Meisten bereuen" sind diese ausführlich beschrieben, hier kurz die wichtigsten Punkte:

1.    „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben“

Wenn Menschen realisieren, dass sich ihr Leben dem Ende neigt, ist es einfach zu verstehen, wie viele Träume unerfüllt verpufft sind. Die meisten der Sterbenden hatten nicht einmal die Hälfte ihrer Träume verwirklicht und mussten mit der Gewissheit sterben, dass sie selber dafür verantwortlich waren.

2.    „Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet“

Jeder männliche Patient hat diesen Satz gesagt. Sie bedauerten, die Kindheit ihres Nachwuchses, die Gesellschaft ihrer Partner verpasst zu haben

3.    „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken“

Viele Menschen haben ein Leben lang ihre Gefühle der Harmonie willen unterdrückt. Was dazu führte, dass sie sich mit einem mittelmäßigen Dasein zufrieden gaben und sie sich nie zu jenem Menschen entwickeln konnten, der sie wirklich sein wollten.

4.    „Ich wünschte, ich wäre mit meinen Freunden in Kontakt geblieben“

Viele erkannten erst in ihren letzten Wochen, wie wertvoll ihre Freundschaften waren. Aber sie waren dermaßen von ihrem Leben eingespannt gewesen, dass sie ihre Freunde während Jahren vernachlässigt oder ganz aus den Augen verloren hatten.

 

5.    „Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein“

So viele Menschen realisieren erst am Ende, dass das Glücklichsein eine persönliche Wahl ist. Statt sich für das Glück zu entscheiden, bleiben viele in alten Mustern und Gewohnheiten gefangen.

Die Angst vor Veränderung brachte sie so weit, während die Jahre vergingen, ihrem Umfeld und auch sich selber vorzugaukeln, dass sie zufrieden mit ihrem Leben seien. Obwohl sie sich tief in ihrem Innern danach sehnten, von Herzen zu lachen und wieder echten Spaß in ihr Leben zu lassen.

Nemen wir uns die Zeit um zu leben - nicht irgendwann wenn es zu spät ist!

 
„Jeder Tag und jede Stunde führt uns unsere Nichtigkeit vor Augen und mahnt uns, durch irgendwelche neuen Beweise unsere Gebrechlichkeit, die wir zu leicht vergessen.“ Seneca

Autor: Werner Sattlegger, Director School of life

Literaturtip: Bronie Ware, 5 Dinge die Sterbende am Meisten bereuen