Bei vielen Start Ups erleben wir hier im Silicon Valley ein Feuer der Begeisterung, Leistungsbereitschaft und Freude am Gestalten. Im Gegensatz dazu scheint das Engagement mit der Größe des Unternehmen oft abzunehmen. Was man dabei beachten sollte, darum geht es in diesem Blog.

Größere Unternehmen müssen immer mehr Prozesse, Regeln und Strukturen einführen, dadurch sinkt die Geschwindigkeit und auch die Motivation der Mitarbeiter. In etablierten Unternehmen scheinen viele Mitarbeiterinnen mit der Zeit oft keinen Hunger und keinen Blutdruck zu haben, agieren aus der sicheren Komfortzone, riskieren wenig und agieren immer politischer.

Jährlich bestätigt uns eine Gallup Umfrage (2017), dass ca. 70 % der Mitarbeiter in deutschen Unternehmen nur Dienst nach Vorschrift, ca. 15 %  etwas wie Leidenschaft und Engagement in ihrem Tun wahrnehmen. Die restlichen 15 % arbeiten sogar gegen das Unternehmen.

Dann ist auch kein Wunder, wenn kleine, agile und flexible Start Ups, mit einer hungrigen, intelligenten und leidenschaftlichen Mannschaft große Unternehmen links überholen oder  ganze Branchen zu disruptieren.  Kodak war mit über 100.000 Mitarbeiter Weltmarktführer, bis es die Digitalisierung verschlafen hat und Konkurs gegangen ist.

Wie kann so was passieren?

 

Natur des Menschen:

Menschen und Mitarbeiter wollen nicht frustriert in einem Büro ihre Zeit absitzen und bis zur Pension warten, bis sie endlich das tun wollen, zu was sie fähig sind.

Es liegt in der Natur des Menschen, dass wir beitragen,  erschaffen und Potentiale entfalten wollen. Dies wurde uns schon seit der Geburt mitgegeben. Man muss nur kleine Kinder beobachten, mit welcher erfrischender Leichtigkeit und spielerischen Unverwechselbarkeit sie an Dinge und Herausforderungen herangehen. Menschen in Unternehmen und Organisationen wollen das gleiche Erleben, sie wollen beitragen, erschaffen, Leistung bringen und wissen, warum sie es tun. Die Organisationsstruktur eines  Start Ups ist dafür gerade ideal.

 

Wo kann man hungrig und verrückt bleiben?

Ein Start Up schafft einen Rahmen, wo Menschen lebendig, hungrig und offen bleiben, Risiken eingegangen werden müssen. Es gibt noch keine Prozesse, Regelen, Hierarchien, alles hat noch diesen spielerischen Ansatz. Jeder muss alles machen, so weiß auch jeder alles, es gibt totale Transparenz und vor allem eines: Blutdruck! Wenig Zeit und Ressourcen, oft mit enormen Risiko, so bringen in Start Ups nochmals 20 % mehr und gehen so auch noch die letzten Meter. Start Ups scheinen ideal dafür zu sein, um den ursprünglichen Hunger und Neugier eines Menschen am Leben zu halten. Was sind diese aber nun konkret?

 

Was muss ein Mensch erfahren, um Leistung zu bringen?

Um hungrig und lebendig zu bleiben, muss der Mensch folgende Erfahrungen machen:

 

  •  Selbstwirksamkeit:

Menschen wollen erschaffen und gestalten, es ist in der Essenz der menschlichen Natur enthalten. Wie man einer Raupe nicht helfen kann aus der Larve zu entschlüpfen, kann man auch als Führungskraft nicht die Arbeit der Mitarbeiter erledigen. Selbstwirksamkeit bedeutet seine eigenen Ressourcen und Fähigkeiten für die Bewältigung einer Herausforderung einzusetzen und das Ergebnis zu sehen. Selbstwirksamkeit ist damit die wichtigste Erfahrung für die eigene Motivation.
 

  •    Bedeutung

Menschen sind Sinnwesen, wollen in Ihrem Tun Bedeutung und Relevanz erfahren. Menschen wollen mitwirken, wo es einen Beitrag für ein größeres Ganze geben kann, das über einen Selbst hinausgeht. Menschen wollen beitragen und mitwirken, genau diese Vision und Sprit muss in einem Unternehmen spürbar sein.
 

  •   Eigenverantwortung

Auf dem Weg zur Selbstwirksamkeit und Bedeutung ist es von existentieller Bedeutung, dass Menschen den Weg und das Wie selber bestimmen können. Das gewünschte Ergebnis ist vereinbart und klar, aber der Weg dorthin bleibt in der Selbstbestimmung und Eigenverantwortung.

 

  •   Transparenz

Damit Mitarbeiter ihren Beitrag zum größeren Ganzen in einem Unternehmen oder Organisation kennen, ist Transparenz der Leistungen von entscheidender Bedeutung. Keine politischen Spielchen, Seilschaften oder Abhängigkeiten, sondern Ergebnisorientierung. Diese gelingt nur, wenn Transparenz und Vergleichbarkeit existiert

 

Wie große Unternehmen und Führungskräfte dies nun umsetzen können, erfahren Sie im nächsten Blogbeitrag.

Erfahren Sie auch mehr dazu im Rahmen unserer nächsten Lernreise  vom 28. Jänner - 1. Februar 2019.

Autor: Mag. Werner Sattlegger, Founder und Director School of Life

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